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Synektik – verfremden und entdecken

Die Synektik ist eine Methode zur systematischen Verfremdung eines Problems durch die Bildung von Analogien in einem Kreativteam. Haben sich die Teammitglieder intensiv mit einem Problem beschäftigt, so sollen sie sich anschliessend räumlich und zeitlich von der Materie entfernen. Nach einer bestimmten Zeitspanne, in der das Problem vom Unterbewusstsein verarbeitet wird, werden durch Analogien, Assoziationen, Strukturübertragungen und -vergleiche spontane Lösungsansätze erarbeitet. Das Prinzip der Synektik besteht darin, Fremdes vertraut zu machen und Vertrautes zu verfremden.

Ein wesentliches Strukturelement der Synektik-Methode ist das Bilden von Analogien. Es werden folgende Analogietypen unterschieden:

  • persönliche Analogie: Identifikation der Teammitglieder mit einem Objekt oder einem (technischen) Verfahren
  • symbolische Analogie: Benutzen einer bildhaften Vorstellung, die eine ästhetisch hinreichende Art der Problembetrachtung gestattet
  • direkte Analogie: Vergleich paralleler Vorgänge aus verschiedenen Wissensgebieten, der zu einem neuen Verständnis eines Problems führen kann

Die Synektik-Methode eignet sich insbesondere bei komplexen Problemstellungen, die nicht eindeutig definiert und abgegrenzt werden können. Eine Synektik-Sitzung sollte mit einem Team von etwa sechs Personen durchgeführt werden und nicht länger als eine Stunde dauern.

Synektik – die Methode

Die Sitzung läuft in folgenden zehn Schritten ab:

1. Problem formulieren

Zunächst informiert der Moderator die Mitglieder des Kreativteams über den Ablauf der Sitzung und beschreibt das Problem. Darüber hinaus können in dieser Phase Verständnisfragen gestellt werden, die der Moderator dann beantwortet.

2. Brainstorming

Jetzt werden in einer kurzen Brainstorming-Sitzung Lösungsvorschläge gesammelt und z.B. an einem Flipchart visualisiert, jedoch noch nicht ausgewertet.

3. Problem neu formulieren

Wenn sich durch das Brainstorming neue Gesichtspunkte ergeben, hat der Moderator unter Umständen zu entscheiden, ob das Problem neu formuliert werden sollte.

4. Direkte Analogie bilden

Jetzt suchen die Mitglieder des Kreativteams eine Entsprechung für die Lösung des Problems in einem anderen Bereich, der in der Regel vom Moderator vorgegeben wird. Bereiche können z.B. sein: Natur, Technik, Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport oder Kunst. Es wird also versucht, die Frage zu beantworten: «Wie wird unser Problem in anderen Bereichen gelöst?»

5. Persönliche Analogie bilden

Die Antwort, für die sich das Kreativteam entschieden hat, bildet den Ausgangspunkt für die persönliche Analogie, bei der die Mitglieder versuchen, sich in den Gegenstand hineinzuversetzen. Wieder wählt das Team einen Vorschlag aus.

6. Symbolische Analogie bilden

Ausgehend vom Vorschlag aus Schritt fünf sucht das Kreativteam jetzt nach ungewöhnlichen Vergleichen mit Formen, Bildern oder Klängen, um das Gefühl zu verdichten. Auch hier entscheidet sich das Team für eine Lösung.

7. Zweite direkte Analogie bilden

Die gefundene Lösung ist jetzt denkbar weit von der ursprünglichen Problemstellung entfernt. Sie wird nun noch einmal auf einen bestimmten Bereich projiziert, allerdings auf einen anderen als in Schritt vier. Je nach Bedarf werden ein bis drei Lösungen ausgewählt.

8. Analogien analysieren

Im Anschluss daran listet das Kreativteam die Merkmale und Funktionen der ausgewählten Analogie(n) auf, fragt also danach, was die gefundenen Geräte oder Verfahren auszeichnet.

9. «Force fit»

Dies ist die entscheidende Phase in einer Synektik-Sitzung. Die Liste der Merkmale und Funktionen wird nun auf die ursprüngliche Problemstellung zurückbezogen. Anhand der Frage «Was bedeuten diese Merkmale und Funktionen im Hinblick auf unser Problem?» versucht das Team jetzt, brauchbare Ideen zu finden, also zum Problem «zurückzuspringen». Das Team muss sich auf einen Vorschlag einigen.

10. Lösungsansätze formulieren

Schliesslich entwickeln die Mitglieder des Kreativteams aus dem Vorschlag einen Lösungsansatz.

Synektik – Praxistipps

Eine Schlüsselperson bei der Anwendung der Synektik-Methode ist der Moderator. Er hat die Aufgabe, den Teilnehmern die Hemmungen bei der Bildung von Analogien, besonders von persönlichen Analogien, zu nehmen. Die Synektik führt zu einem relativ hohen Standard der Lösungen. Ausserdem entstehen weitere Suchbereiche durch die Analogiebildung. Nachteilig wirkt sich aus, dass die Synektik unter Umständen erst nach langer Zeit verwertbare Ergebnisse hervorbringt. Darüber hinaus werden an den Teilnehmerkreis relativ hohe Anforderungen gestellt. Schliesslich ist auch der Kostenaufwand bei komplexen Problemen nicht zu unterschätzen.

Darauf sollten Sie bei der Durchführung achten:

  • Liegen keine Erfahrungen mit dieser Methode vor, so kann auf einen erfahrenen Synektik-Moderator nicht verzichtet werden.
  • Der gesamte Ablauf, auch die Phasen der Verfremdung, sollte für sämtliche Teilnehmer notiert werden (z.B. auf einem Flipchart).
  • Die Anwendung der Synektik-Methode sollte in Pilotprojekten zunächst trainiert werden. Es ist darauf zu achten, dass bereits in der ersten Analogiestufe eine möglichst grosse Verfremdung auftritt.
  • Die Sitzungen sollten losgelöst vom Alltagsgeschäft in einem ungestörten Rahmen stattfinden.
Synektik
Word-Dokument
3 Seiten, 85.5 KB

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