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Brainwriting

Brainwriting ist, wie auch das Brainstorming, eine recht einfache Kreativitätstechnik, die Blockaden bei der Generierung von Ideen beseitigt und Synergien durch das Gruppenarbeiten nutzt.

Brainwriting entstand in Europa aufgrund der Schwierigkeiten, die bei Brainstorming-Sitzungen oftmals auftreten. So führt das Gebot des Zuhörens dazu, dass eigene Ideen immer wieder unterbrochen oder gar vergessen werden. Zudem fällt es gehemmten Teilnehmern oft schwer, sich in der Gruppe frei zu äussern, Vielredner sind hingegen kaum zu bremsen.

Aus diesem Grund wurden bereits in den 1960er-Jahren in Deutschland vermehrt Methoden vorgeschlagen, bei denen die Teilnehmer ihre Ideen niederschrieben. Um dennoch Synergieeffekte durch eine wechselseitige Anregung zu erreichen, werden die Notizen unter den Teilnehmern ausgetauscht. So ist eine ganze Reihe von Brainwriting-Techniken entstanden wie z.B. die 6-3-5-Methode, die Kartenumlauftechnik, der Brainwriting-Pool oder die Galeriemethode, um hier nur einige zu nennen.

Brainwriting in der Praxis

Das Brainwriting ist wie auch das Brainstorming eine Technik, die in erster Linie für Suchprobleme eingesetzt wird. Sie ist daher in fast allen Bereichen des Problemlösungsprozesses einsetzbar. Im Gegensatz zum Brainstorming können hier aber auch Probleme angegangen werden, bei denen mehr Zeit für die Formulierung und Ausgestaltung der Ideen benötigt wird. An den Moderator werden keine hohen Ansprüche gestellt, er muss lediglich auf die Einhaltung des Zeitlimits achten. Den weiteren Ausführungen wird exemplarisch die 6-3-5-Methode zugrunde gelegt.

6-3-5-Methode

Der Name «6-3-5» bedeutet, dass 6 Teilnehmer 3 Lösungsvorschläge in 5 Minuten zu Papier bringen. Hat jeder Teilnehmer auf jedem Formular drei Ideen notiert, sind innerhalb kurzer Zeit 108 Vorschläge entstanden. Neben den bereits genannten Vorteilen ist zu erwähnen, dass die Ideen konkret und unverfälscht festgehalten werden und eine Kritik nahezu vollständig unterbunden wird.

Brainwriting Schritt für Schritt umsetzen

Schritt 1 - Frage formulieren

Zunächst einmal muss das zu lösende Problem in Worte gefasst und daraus eine Frage formuliert werden. Die erste Definition des Problems ist nicht bindend und kann so zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal geändert werden. Nun folgen die Auswahl der Kreativitätstechnik sowie die Einladung der Teilnehmer. Bei der Auswahl der Teilnehmer sollte darauf geachtet werden, dass eine Mischung aus Fachleuten und Laien gewählt wird, da dies den grössten Erfolg verspricht.

Schritt 2 - Problem vorstellen

Das eigentliche Problem wird den Teilnehmern nun vorgestellt und durch eine kurze Diskussion werden Unklarheiten ausgeräumt.

Schritt 3 - Lösungsvorschläge sammeln

Jeder Teilnehmer trägt in die für ihn bestimmte Zeile drei Lösungsvorschläge ein. Hierfür hat er 5 Minuten Zeit. Nach Ablauf der Zeit wird das Formular im Uhrzeigersinn an den Nachbarn weitergegeben.

Jeder Teilnehmer hat nun die Ideen seines Vorgängers vor sich und kann sich hiervon inspirieren lassen. Nun fügt jedes Teammitglied drei weitere Ideen hinzu, wobei es sich sowohl um Erweiterungen und Variationen als auch um vollkommen neue Ideen handeln kann. Das Formular wird so lange weitergereicht, bis jeder Teilnehmer auf jedem Blatt drei Ideen niedergeschrieben hat. Damit ist der kreative Teil der Sitzung beendet.

Schritt 4 - Lösungsvorschläge auswerten

Nach einer kurzen Pause folgt die Analyse der Vorschläge. Jeder Teilnehmer kann seinen Favoriten auswählen oder es werden die besten Vorschläge angekreuzt. Es folgt die Diskussion der Lösungsvorschläge. In der Bewertungsphase ist es sinnvoll, die Formulare noch einmal herumgehen zu lassen bzw. Kopien zu erstellen.

Brainwriting - Verbindung zu anderen QM-Methoden

Ishikawa-Diagramm

Wenn in einer Brainwriting-Sitzung nach Ursache-Wirkungs-Beziehungen gesucht wird, können die Ideen der Teilnehmer im Ishikawa-Diagramm angeordnet werden. (Kostenlose Übersicht um ein Ishikawa-Diagramm zu erstellen)

Kreativitätstechniken

Brainwriting ist eine Kreativitätstechnik. (Übersicht Kreativitätstechniken und Qualitätsmanagement / Checkliste Kreativitätstechniken im Unternehmen einsetzen und anwenden)

Matrixdiagramm

Die Einflüsse zwischen den im Brainwriting gefundenen Ideen und Lösungsansätzen können mithilfe des Matrixdiagramms dargestellt werden. (Vorlage um ein Matrixdiagramm mit Ecxel zu erstellen)

Mindmapping

Mit Mindmapping können die Ideen der Brainwriting-Teilnehmer strukturiert werden. (Checkliste Mindmapping)

Relationendiagramm

Die im Brainwriting erarbeiteten Ideen werden mithilfe des Relationendiagramms strukturiert, indem Abhängigkeiten zwischen den Ideen gesucht und gezeichnet werden. (Übersicht um ein Relationendiagramm umzusetzen)

Vorlage Brainwriting

Füllen Sie die kostenlose Vorlage im Word-Format wie folgt aus:

1. Die Frage bzw. Problemstellung und das Datum einsetzen.

2. Die sechs Teilnehmer in die Felder A bis F eintragen.

3. Jeder Teilnehmer trägt nun drei Ideen in die Felder 1 bis 3 seines Buchstabens ein und reicht das Formular an seinen Nachbarn im Uhrzeigersinn weiter.

Brainwriting
Word-Dokument
1 Seite, 83 KB

Vorlage: Brainwriting

Die Brainwriting-Methode bietet sich insbesondere bei sehr unterschiedlichen Teammitgliedern sowie Konflikten innerhalb der Gruppe an. Sie kann ohne viel Aufwand durchgeführt werden und führt in recht kurzer Zeit zu einer beachtlichen Anzahl von Ideen. Jedoch kann die 6-3-5-Methode durch den Rotationszyklus von nur 5 Minuten bei manchen Teilnehmern zu Ideenblockaden führen. Andere hingegen werden bei dieser Form von Stress erst richtig kreativ. Probieren Sie es aus!

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