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Qualitätskostenbericht

Die Qualität eines Produkts ist nicht vom Produkt selbst zu trennen, sie entsteht mit ihm. Kosten für die Qualität sind nicht von den Herstellkosten zu trennen, sondern sind ein integrierter Teil dieser Kosten. Die Erfassung der Qualitätskosten ist somit eine wesentliche Voraussetzung für ein effektives Qualitätsmanagement.

Ob man von Qualitätskosten spricht oder von den qualitätsbezogenen Kosten: Gemeint sind immer jene Kosten, die entweder durch schlechte Qualität entstehen oder die entstehen, um schlechte Qualität zu vermeiden. So spricht man von Konformitätskosten, wenn Kosten gemeint sind, mit denen man die gewünschte Qualität sicherstellen will. Nonkonformitätskosten sind dagegen jene Kosten, die durch nicht ausreichende Qualität verursacht werden, also Fehlerkosten und Fehlerfolgekosten.

Abgrenzung der Qualitätskosten

In der Praxis gibt es bei der Erhebung der qualitätsbezogenen Kosten ein Abgrenzungsproblem, wie die folgende Abbildung verdeutlicht. Während nämlich die Konformitätskosten und die Nonkonformitätskosten zusammen die Gesamtheit aller Kosten eines Unternehmens abdecken, ist die Summe aus Fehlerverhütungskosten, Prüfkosten, QM-Darlegungskosten, internen Fehlerkosten und externen Fehlerkosten keineswegs die vollständige Abbildung der qualitätsbezogenen Kosten. Die qualitätsbezogenen Kosten enthalten nämlich auch noch die sogenannten «übrigen Kosten».

Qualitaetskosten

 

Schritt für Schritt einen Qualitätskostenbericht umsetzen

Schritt 1 – Fehlerverhütungskosten erfassen

Die Fehlerverhütungskosten sind Kosten, die verursacht sind durch Vorbeugungs- und Korrekturmassnahmen in allen Bereichen der Organisation.

  • Qualitätsplanung zur Fehlerverhütung: Weiterentwicklung der Qualitätsforderung bei neuen und geänderten Einheiten vor Beginn der Realisierung aufgrund von Fehlermeldungen und Korrekturmassnahmen.
  • Interne Qualitätsfähigkeitsuntersuchungen: Ermittlung der Qualitätsfähigkeit der eigenen Mitarbeiter, Einrichtungen und Mittel, welche für die Realisierung der Angebotsprodukte eingesetzt werden.
  • Externe Qualitätsuntersuchungen: Ermitteln der Qualitätsfähigkeit von Zulieferanten anhand von Systemaudits und/oder einer Qualitätsprüfung der von ihnen zu kaufenden oder gekauften Einheiten.
  • Prüfplanung: Planen und Vorbereiten der Qualitätsprüfungen sowie der zugehörigen Auswertungen zur Ergebnisfeststellung.
  • Entwicklung und versuchsweiser Bau von Prüfmitteln: Entwickeln und Durchführen von Vorversuchen und Erprobungen an Prüfmitteln, sofern die betreffenden Kosten nicht aktiviert werden.
  • Schulung in Qualitätsmanagement: Vorbereiten und Durchführen von internen und externen Schulungsprogrammen, um Mitarbeiter der Organisation über die Grundsätze und Methoden des Qualitätsmanagements zu unterrichten und sie fortzubilden.
  • Qualitätsverbesserungsprogramme: alle internen Aktionen zur Verbesserung der Qualitätsfähigkeit und zur Hebung des Qualitätsbewusstseins.
  • Qualitätsvergleich mit dem Wettbewerb: Feststellen der Qualität von Einheiten des Wettbewerbs, eingeschlossen alle Untersuchungen im Rahmen von Vergleichen der Qualitätsforderungen (Benchmarking).
  • Mittelbare Qualitätslenkung: mittelbares Lenken der Realisierung der Einheit, z.B. anhand von Korrektur- und Vorbeugemassnahmen, mit dem Ziel der Erfüllung der Qualitätsforderung.
  • Interne Qualitätsaudits, Managementreviews: alle Arten von internen Qualitätsaudits (System-, Verfahrens- und Produktaudits), alle Managementreviews sowie alle QM-Darlegungen.
  • Leitung des Qualitätswesens: Leitung und Verwaltung aller QM-Aufbauelemente, eingeschlossen den Qualitätsbeauftragten der Organisation.
  • Sonstige Tätigkeiten zur Fehlerverhütung: Tätigkeiten zur Fehlerverhütung, die nicht einwandfrei einem der obigen Qualitätskostenelemente der Fehlerverhütungskosten zugeordnet werden können.

Schritt 2 – Prüfkosten erfassen

Prüfkosten werden verursacht durch alle planmässigen Qualitätsprüfungen.

  • Eingangsprüfung: alle Arten von Qualitätsprüfungen an zugelieferten oder anzuliefernden Einheiten wie Einzelheiten, Bauelementen, Werkstoffen, V-Programmen etc. durch den Käufer oder auf Veranlassung des Käufers dieser Einheiten.
  • Zwischenprüfung: alle Arten von Qualitätsprüfungen an noch nicht vollständig realisierten Einheiten oder an Teilen davon.
  • Endprüfung: alle Arten von Qualitätsprüfungen an vollständig realisierten Einheiten vor dem Gefahrübergang, z.B. vor Auslieferung von Angebotsprodukten an ein Lager oder an den Kunden, eingeschlossen wiederkehrende Prüfungen.
  • Prüfungen bei eigenen Aussenmontagen: Qualitätsprüfungen der Montageergebnisse vor der Übergabe der Leistung an den Kunden.
  • Abnahmeprüfungen: Qualitätsprüfungen im Zusammenhang mit der Abnahme von Leistungen durch den Auftraggeber (Kunden) oder dessen Beauftragten.
  • Prüfmittelanschaffung: Kapital- und Bereitstellungskosten für alle Anschaffungen von Prüfmitteln.
  • Prüfmittelbetrieb und -instandhaltung: Betriebs-, Instandhaltungs- sowie Kalibrier-, Justier- und Eichkosten für alle Prüfmittel sowie Prüfhilfsmittel.
  • Qualitätsgutachten: grundsätzliche Qualitätsprüfungen an Einheiten sowie Qualitätsprüfungen zur Erzielung einer erforderlichen oder erwünschten Qualifikation für eine Einheit.
  • Laboruntersuchungen: qualitätsbezogene Untersuchungen und Ermittlungen an materiellen Einheiten mit den Mitteln eines Labors.
  • Prüfdokumentation: durch Erstellung, Archivierung und Verwaltung der Dokumente über Qualitätsprüfungen entstehende Kosten (des QM-Elements Dokumentation) unter Berücksichtigung von Produkthaftung und Sicherheitsanforderungen.
  • Sonstiges: sonstige Tätigkeiten und Anschaffungen für Qualitätsprüfung, die nicht einwandfrei einem der obigen Qualitätskostenelemente der Prüfkosten zugeordnet werden können, z.B. im Zusammenhang mit einer DV-Anlage für Qualitätsdaten.

Schritt 3 –Darlegungskosten erfassen

Darlegungskosten werden durch die externe QM-Darlegung verursacht:

  • Zertifizieren
  • Kundenversionen der QM-Handbücher
  • Qualitätsnachweise
  • externe Beratungskosten

Schritt 4 – Fehlerkosten erfassen

Fehlerkosten werden verursacht durch die Nichterfüllung von Einzelforderungen im Rahmen von Qualitätsforderungen. Es ist zu unterscheiden zwischen internen und externen Fehlerkosten.

Allgemeine Fehlerkosten

  • Fehlererfassungskosten: Fehlerbewertungskosten, Sortierprüfung Problemuntersuchung, Reklamationsbearbeitung.
  • Fehlerproduktionskosten: Ausschuss, Entsorgung, Ersatzbeschaffung.
  • Fehlerbeseitigungskosten: Nacharbeit, Reparatur, Wiederholungsprüfung, Gewährleistung.
  • Fehlerfolgekosten: indirekte Mehrkosten durch Fehler, auch in anderen Unternehmensbereichen, Produkthaftung.
  • Fehlerbedingte Verluste: Fehlerkosten (z.B. Nacharbeit), Mindererlöse (z.B. Preisnachlässe), Produktivitätsverluste (z.B. Leistungsverluste, Mehraufwendungen, Produktionsausfälle, Störungen der Produktionskapazität), Imageverluste (z.B. Neukundendefizite, Schwächung der Marktposition, Beeinträchtigung der Unternehmenskultur, Verminderung der Akzeptanz bei Kunden).

Interne Fehlerkosten

  • Ausschuss: intern festgestellter Ausschuss.
  • Nacharbeit: intern festgestellte Nacharbeit.
  • Sortierprüfung: intern festgestellte Sortierprüfung.
  • Wiederholungsprüfung: intern festgestellte Wiederholungsprüfung.
  • Qualitätsbedingte Mengenabweichung: durch vermeidbare Fehler entstehender Abfall mit der Folge einer kleineren als der möglichen Ausbringung.
  • Wertminderung: wegen teilweiser Nichterfüllung der Qualitätsforderung unvermeidbare Minderung des Verkaufserlöses.
  • Problemuntersuchung: Ermittlung zur Behebung von Problemen des Qualitätsmanagements während und nach der Realisierung der Einheit.
  • Qualitätsbedingte Ausfalldauer: unplanmässige Dauer der Nichtfortsetzung der Realisierung der Einheit oder der Qualitätsprüfung der Einheit aus qualitätsbedingten Gründen.
  • Sonstige Kosten: sonstige Kosten infolge intern festgestellter Fehler, die nicht einwandfrei einem der Qualitätskostenelemente intern festgestellter Fehlerkosten zugeordnet werden können.

Externe Fehlerkosten

  • Ausschuss: vor der Abnahme durch den Auftraggeber (Kunden) im Aussendienst festgestellter Ausschuss.
  • Nacharbeit: vor der Abnahme durch den Auftraggeber (Kunden) im Aussendienst festgestellte Nacharbeit.
  • Gewährleistung: Kosten von Leistungen nach dem Gefahrübergang zur Erfüllung von Gewährleistungs- und Garantieansprüchen aufgrund selbst anerkannter Verpflichtungen (z.B. bei Rückrufaktionen) oder aufgrund berechtigter qualitätsbezogener Reklamationen von Auftraggebern (Kunden).
  • Produzentenhaftung: Regelung von Sach-, Personen- oder Vermögensschäden infolge mangelhafter Produkte im Rahmen der Produzenten- und Produkthaftung.
  • Sonstige Kosten: sonstige Kosten infolge extern festgestellter Fehler, die nicht einwandfrei einem der Qualitätskostenelemente zugeordnet werden können.

Schritt 5 – Fehlerkosten überwachen

Abschliessend werden alle Kosten in einem Formular erfasst und die Ergebnisse den vorgegebenen Zielen gegenübergestellt und ggf. Massnahmen ergriffen, um die Kosten zu reduzieren.

Da die traditionellen Kostenrechnungssysteme im Allgemeinen nicht auf die speziellen Informationsbedürfnisse des Qualitätsmanagements ausgerichtet sind, besteht eine wesentliche Aufgabe des Qualitätscontrollings darin, in Ergänzung zur bestehenden Kostenrechnung eine Qualitätskostenrechnung aufzubauen, mit deren Hilfe in sämtlichen Unternehmensbereichen die jeweiligen Qualitätskosten erfasst und ausgewiesen werden können.

Qualitätskostenbericht einbinden - Verbindung zu anderen QM-Methoden

ABC-Analyse

Innerhalb des Qualitätskostenberichts können Produkte, Kunden, Lieferanten, Märkte etc. in A, B und C eingestuft werden.

Balanced Scorecard

Daten des Qualitätskostenberichts können auch Elemente der Balanced Scorecard sein.

Fehlersammelliste

Die Fehlersammelliste kann die Grundlage sein für die monetäre Bewertung von Fehlern im Qualitätskostenbericht.

Kundenzufriedenheitsmessung

Der Qualitätskostenbericht kann monetär bewertete Informationen aus der Kundenzufriedenheitsmessung enthalten, z.B. die Kosten geringer Kundenzufriedenheit.

Lieferantenbewertung und Lieferantenmanagement

Der Qualitätskostenbericht kann monetär bewertete Informationen über die Lieferantenleistung enthalten, z.B. die Kosten niedriger Lieferqualität.

Managementbewertung

Elemente des Qualitätskostenberichts sind Bestandteil der Managementbewertung.

Management by Objectives

Aus dem Qualitätskostenbericht können Ziele abgeleitet werden, die mit Mitarbeitern vereinbart werden.

Prozessmanagement

Der Qualitätskostenbericht kann Informationen über die in Prozessen anfallenden Konformitäts- und Nonkonformitätskosten enthalten.

Six Sigma

Qualitätskosten sind ein wichtiges Hilfsmittel in Six-Sigma-Projekten.

Qualitätskostenbericht
Word-Dokument
1 Seite, 112 KB

Vorlage: Qualitätskostenbericht

Die Unternehmen müssen sich den neuen Anforderungen des Markts anpassen, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht einbüssen wollen. Die Qualitätskostenerfassung ist ein geeignetes betriebliches Instrument, um bestehende qualitative Schwachpunkte im Produktionsprozess aufzuzeigen. Diese Transparenz erleichtert die Entscheidungsfindung für die Qualitätspolitik und bildet die Grundlage für Investitionsentscheidungen. Profitieren Sie von dieser kostenlosen Vorlage um Ihre Kosten in einem Formular zu erfassen. Sie können diese Vorlage im Word-Format nach dem Download sofort einsetzen.

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